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OpenSource an der Winterthurer Oberstufe

Logo: Dringliches Postulat OpenSource an der Oberstufe «Der Stadtrat wird eingeladen, verschiedene Projektvarianten für die Umsetzung der Informatik an der Oberstufe mittels OpenSource auf Basis von Linux zu prüfen.»

Überwiesen am 28.06.2010 mit 88% der anwesenden Stimmen.

Antwort des Stadtrats am 26.01.2010: Postulat GGR 2010/068

Aktueller Stand: Nachbericht zum Postulat OpenSource an der Oberstufe

Artikel im Landboten Das dringliche Postulat GGR 2010/068 wurde am 17. Juni eingereicht und im 28. Juni im Grossen Gemeinderat behandelt. Die für ein dringliches Postulat notwendige 2/3-Mehrheit wurde mit 48:4 komfortabel erreicht. Von Stadträtin Verena Gick (FDP) kam ein Ablehungsantrag, dem sich die CVP-Fraktion anschloss. Für die Überweisung war allerdings nur noch eine einfache Mehrheit erforderlich. Trotzdem wurde das Postulat mit nur sechs Gegenstimmen aus den CVP und FDP-Reihen mit überwältigendem Mehr überwiesen.

Postulat: Dringliches Postulat OpenSource an der Oberstufe

Es gibt auch eine Facebookgruppe

Inside-IT: Bald Linux statt MacOS an der Oberstufe Winterthur?

Eingereicht von ...

  • Marc Wäckerlin (Piratenpartei), namens der GLP/Piratenpartei-Fraktion (7 Personen)
  • Nik Gugger (EVP) namens der EVP/EDU-Fraktion (5 Personen)
  • Jürg Altwegg (Grüne) namens der Grüne/AL-Fraktion (6 Personen)
  • Fredy Künzler (SP) namens der SP-Fraktion (16 Personen)
  • Andreas Bosshart (FDP) (1 Person).

Argumente

  1. In Kürze
    • Es ergibt sich hier eine einmalige Gelegenheit
    • Bei der Umsetzung besteht kein Risiko
    • OpenSource an Schulen funktioniert und ist schon im Einsatz
    • Trotzdem ist das Projekt innovativ, was auch Aufmerksamkeit beschert
    • Es ist eine zukunftsgerichtete Weichenstellung
    • Finanziell wird es sich mittel- bis langfristig auszahlen
    • Das lokale Informatikgewerbe wird profitieren
    • Es ist ein soziales Projekt, fördert die Chancengleichheit
    • Wir gewinnen Erfahrung und Wissen
    • Wir gewinnen Handlungsspielraum und neue Chancen
    • OpenSource ist ausgereift und oft überlegen
    • Keine Sorgen um illegale Kopien und fehlende Lizenzen
    • OpenSource geniesst breite Unterstützung in Politik und Fachkreisen
    • Die IDW sind einverstanden und bereit zur Umsetzung
    • Nachteil: Einige Lehrer bevorzugen Apple Mac Intosh
    • Nachteil: Kurzfristig erscheint Windows billiger
  2. Breite Unterstützung in Politik und Fachkreisen
  3. Langfristig planen
    • Die vermehrte Unterstützung und der Einsatz OpenSource erfordert eine mittel- bis langfristige Planung und den politischen Willen.
    • Ziel ist eine strategische Planung für die Zukunft.
    • Dieser Vorstoss ist ein solider Baustein einer solchen Planung.
    • Ohne Massnahmen wird OpenSource auch in Zukunft in Winterthur ein Nischenprodukt sein.
  4. Abhängigkeit lösen
    • Es geht darum, die einseitige Abhängigkeit der Verwaltung von Microsoft zu durchbrechen.
    • Momentan ist es praktisch unmöglich, in der Verwaltung Linux-Clients einzusetzen, weil man sich durch Fachanwendungen langfristig eng an die Microsoft-Umgebung gebunden hat.
    • Jede Abhängigkeit schränkt den Handlungsspielraum enorm ein.
  5. Kaum Risiken
    • Dieses Projekt ist räumlich eng begrenzt.
    • Das notwendige Fachwissen ist im IDW vorhanden.
    • Es gibt keine bestehenden Abhängigkeiten.
  6. Eine gewinnbringende Investition
    • Die Kosten werden kurzfristig nicht wesentlich über der auf den ersten Blick billigsten Lösung liegen.
    • Im Prinzip kann OpenSource mit fast jedem Budget umgesetzt werden, je nach Komfort der Lösung und Eigenleistung. Der Stadtrat kann das Budget definieren, das der IDW einhalten muss.
      (Bsp: Die billigste Lösung: Jeder Lehrer bekommt eine Edubuntu-Installations-CD und schaut selbst. Kosten praktisch Null, der Komfort allerdings auch.)
    • Mittel- bis langfristig sind durch den strategischen Entscheid Einsparungen zu erwarten.
    • Der sichere Gewinn der Investition wird der Wissensaufbau im Bereich OpenSource beim IDW sein.
    • Zusätzlicher Gewinn bringen die Wahlfreiheit und die künftig eingesparten Lizenzen.
    • Linux/Unix-Systeme verursachen zwar einen höheren Initialaufwand, sind aber in Wartung und Pflege günstiger.
    • Mehrkosten, die zu Beginn anfallen, können als Investition aufgefasst werden.
    • Das Geld, das für Lizenzen eingespart wird, kann teilweise für den Wissensaufbau im IDW und für Zulieferungen lokaler OpenSource-KMUs eingesetzt werden. Beides stärkt den Wirtschaftsstandort Winterthur.
    • Der vermehrte Einsatz von OpenSource gerade in Entwicklungsländern ist ein starker Hinweis darauf, dass sich durchaus Kosten einsparen lassen.
    • Gerade weil Linux auch mit wenig Leistung läuft, ist es in armen Ländern sehr beliebt:
      http://de.wikipedia.org/wiki/Linux4afrika
  7. Gesellschaftspolitische Aspekte
    • OpenSource fördert die Chancengleichheit: Linux läuft auch auf alten und schwachen PCs, die Software kann von den Kindern gratis genutzt werden.
    • Schulen und Kinder können beliebige weitere OpenSource-Software aus einem gigantischen Fundus von tausenden von Programmen installieren, ohne Gefahr zu laufen, illegale Kopien anzufertigen. Alles komfortabel, alles legal.
    • OpenSource ist ein Konzept von gegenseitigem Nehmen und Geben.
    • Der Ursprung kommt vor allem aus Universitäten, wo dieser Gedanke weit verbreitet ist.
    • Es macht Sinn, dass nicht nur die (staatlichen) Universitäten dieses Prinzip pflegen, sondern auch die öffentliche Verwaltung.
    • Die Verwaltung wird mit Steuergeldern finanziert. Da macht es Sinn, wenn sie sich aktiv am OpenSource-Konzept beteiligt und so der Gesellschaft wieder etwas zurück gibt.
  8. Vorteil für die Schüler
    • Die Schüler lernen, dass es mehr gibt, als Microsoft.
    • Die Schüler lernen mit Linux ein echtes Unix-System kennen.
    • Mit Linux haben die Schüler mehr Freiheiten (alles im legalen Bereich), dadurch können sie auch mehr lernen, besonders wenn sie Linux auch zu Hause einsetzen gibt es unendlich viel Spielraum zum «tüfteln».
    • Es ergeben sich Möglichkeiten, die nur mit OpenSource realisiert werden können, z.B. kann den Schülern (kostenlos) ein USB-Stick oder eine DVD abgegeben werden, womit sie zu Hause auf dem PC der Eltern ihre Schulumgebung starten können.
    • Schüler können die in der Schule erstellten Daten jederzeit mit kostenlosen Anwendungen aus dem Internet zu Hause nutzen.
    • Die benutzten Dateiformate sind offen und dokumentiert, die Daten dadurch zukunftssicher.
  9. Erfahrungen
  10. Wegbereitung für weitere Vorstösse
    • Wenn dieser Versuch erfolgreich verläuft, kann man auf dieser Basis weitere Vorstosse unternehmen.
    • Ein einfacher Schritt könnte sein, weitere Arbeitsplätze, die nicht stark von Microsoft abhängig sind zu migrieren.
    • Bei Erfolg an der Oberstufe kann auch die Primarschule migriert werden.
    • Ein weiterer, künftiger Vorstoss sollte darauf zielen, langfristig die Abhängigkeiten der Fachanwendungen zu eliminieren, indem z.B. die künftigen Ausschreibungen entsprechend verfasst werden.

Wie unterscheidet sich dieser Vorstoss von GGR 09/025

GGR 09/025 war ein Postulat vor einem halben Jahr von Michael Zeugin betreffend: «Open Source Pilotprojekt in der Stadt Winterthur». Das Postulat wurde nicht überwiesen, 6. Traktandum, Seite 19 im Protokoll.

  • Damals ging es um OpenSource in der Verwaltung, diesmal geht es um die Oberstufe, die Situation ist vollkommen anders.
  • Die Verwaltung läuft unter Windows und kann das in der aktuellen Situation nicht ändern.
  • Die Oberstufenrechner laufen unter Apple, das soll ohnehin jetzt angepasst werden (daher die Dringlichkeit)
  • Es wurde bemängelt, dass sich Fachanwendungen nicht so einfach anpassen liessen und nicht unter Linux laufen würden. Diesmal gibt es keine Fachanwendungen zu berücksichtigen.
  • Diesmal geht es um ein überschaubares, klar abgegrenztes Projekt.
  • Damals war der IDW dagegen, diesmal hält er den Vorschlag für realistisch.

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