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Muslimischer Friedhof in Winterthur

Auf dem Friedhof Rosenberg ist für 1,5 Millionen die Anlage von muslimischen Grabfeldern mit Ausrichtung nach Mekka geplant. Die Piratenpartei der Schweiz setzt sich sehr für Religionsfreiheit ein, ja sie ist die einzige Partei der Schweiz, welche den Laizismus, also die vollständige Trennung von Staat und Religion, die Grundvoraussetzung für echte Religionsfreiheit, in ihr Parteiprogramm aufgenommen hat. Entsprechend hat jeder Mensch das Recht, sein Leben und auch sein Sterben entsprechend seiner religiösen Überzeugung zu führen. Allerdings steht auch keine Religion über dem Gesetz. Daher ist es im Prinzip vollkommen richtig, wie in Winterthur der Kompromiss zustande kam: Den Moslems werden Grabfelder erstellt, die mit Gesicht nach Mekka ausgerichtet sind. Allerdings ist es aufgrund der übergeordneten Gesetzgebung nicht möglich, ewige Grabruhe zu gewährleisten. Die Grabfelder bleiben jeweils 25 Jahre bestehen und werden danach neu genutzt. Auch eine Bestattung ohne Sarg ist nicht möglich. Durch den Denkmalschutz sind im Friedhof Rosenberg zahlreiche Einschränkungen gegeben, die zu einer suboptimalen Lösung geführt haben.

Illustration der geplanten muslimischen Grabfelder

Wenn man die Illustration des geplanten Friedhofs betrachtet, sieht man, wie die moslemischen Felder ausserhalb des eigentlichen Friedhofs isoliert wurden. Die bestehende Friedhofsmauer, die offenbar nicht verlegt werden kann, wirkt wie der israelische Grenzzaun zu Palestina und vermittelt den Eindruck, «wir auf der einen Seite, Ihr auf der anderen». Meine Vorstellungen eines Friedhofs sind anders: Der Friedhof soll für alle gleichermassen da sein, wobei man die verschiedenen individuellen Anliegen bestmöglich berücksichtigt. So spricht ausser dem Denkmalschutz nichts dagegen, alle Gräber nach Mekka auszurichten. Den Moslems ist das wichtig, die anderen stört es nicht. So hätte man diese Spaltung vermeiden können, deren Grundlage schon mit der Errichtung einer abgesonderten jüdischen Grabstätte gelegt wurde. Man redet gern viel von Integration, und betreibt dann auf dem Friedhof eine Absonderung und Ausgrenzung. Das halte ich für falsch. Immer wieder führt Religion dazu, dass sich Menschen gegenseitig ausgrenzen. In Nordirland haben sich die Katholiken und Protestanten seit vierhundert Jahren nicht vermischt. Wie sollten endlich lernen, Religion weniger wichtig zu nehmen und gemeinsam säkulare Werte definieren, zu denen wir alle stehen, ungeachtet unserer persönlichen religiösen Überzeugungen. Und solche Gemeinsamkeiten gibt es, es ist der Humanismus, die Aufklärung und ihre Errungenschaften, insbesondere Freiheit, Demokratie und Menschenrechte. Es sind dies die Werte, die keiner religiösen Basis noch Überzeugung bedürfen, die wir auch mit unseren moslemischen Mitbewohnern teilen sollten, statt einander aufgrund von Religion auszugrenzen. Und da vermittelt der neue Friedhof meiner Ansicht nach ein falsches Bild.

Ein weiteres Problem bei der Planung, das gegen eine Vermischung sprach, war die Forderung der Moslems nach «jüngfräulicher Erde», das heisst, dass an einer moslemischen Grabstätte zuvor kein «Ungläubiger» gelegen haben darf. Das kann man bei einer Integration in die bestehenden Grabfelder nicht garantieren. Aber ich halte es auch für vollkommen falsch, diese Forderung zu erfüllen, denn sie ist ein Ausdruck von Intoleranz. Religionen neigen dazu, sich abzugrenzen und andere auszugrenzen. Gerade die Religionen mit Absolutheitsanspruch, also insbesondere die drei abrahamitische, Judentum, Christentum und Islam, sind jeweils von sich selbst besonders eingenommen und denken entsprechend abwerten über abweichende Ansichten. Solche Intoleranz darf nicht toleriert werden. Die Religionen müssen lernen, dass keine von ihnen Anspruch auf alleinseligmachende Wahrheit geltend machen kann. Anders kann unsere Gesellschaft nicht funktionieren. Der Friedhof muss allen frei zugänglich sein, und es darf auch keinem Nichtmoslem verweigert werden, sich auf dem moslemischen Grabfeld bestatten zu lassen, wenn er das wünscht.

Ich stelle trotzdem keinen Ablehnungsantrag, den dieses Signal wäre noch schlechter. Die Moslems haben in unserer Gesellschaft die gleichen Rechte und Pflichten, wie alle anderen auch. Bereits das Minarettverbot war ein falsches Signal, wobei sich das wohl weniger gegen die Moslems richtete, als vielmehr gegen extremistische und fundamentalistische Strömungen im Islam. Aber Fundamentalismus ist immer eine grosse Gefahr, nicht nur islamischer, auch christlicher. Wir müssen uns gegen Fundamentalismus von alle Seiten wehren, ausdrücklich auch gegen christlichen Extremismus. Vielmehr müssen wir immer wieder darauf verweisen, dass wir gemeinsame säkulare Werte haben, auf denen unsere Gesellschaft basiert, und wir müssen daran arbeiten, Religion konsequent aus dem Staat fern zu halten und in den persönlichen, privaten Bereich eines jeden einzelnen zu verweisen. Wenn wir die Religionsfreiheit ernst nehmen, verbieten wir nicht nur den Bau neuer Minarette, sondern in der Konsequenz auch den Bau neuer Kirchtürme. Gleiches Recht muss für alle gelten. Und in diesem Sinne ist es auch richtig und wichtig, dass den Moslems die Bestattung nach ihren Riten zugestanden wird, soweit das nach unseren Gesetzen möglich ist. Daher unterstütze ich den Kreditantrag trotz seiner Mängel.1)

Ich möchte aber anregen, bei künftigen Friedhofsaufbauten auf ein Zusammenleben der verschiedenen Weltanschauungen und Religionen zu achten und solche Ausgrenzungen zu vermeiden. Die Variante des einfachen Holzschilds statt eines Kreuzes sollte auch für Atheisten und andere Nichtchristen zur Anwendung gelangen.

1) Der Kreditantrag wurde ohne Gegenstimme mit Enthaltung der CVP angenommen.

Diskussion

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En el pensamiento artístico de nuestro tiempo hay un axioma en el que todas las tendencias coinciden en la figura de Velázquez , el pintor de los pintores.

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La lona promocional de PVC impresa en digital no tiene competencia en este caso, tanto en durabilidad, como en resistencia y en la relación calidad / precio; de ahí que es tan empleada.