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Winterthur aus den Augen des Gemeinderats der Piratenpartei

Stimmverhalten und Erfolge im Gemeinderat: Die Piratenpartei im Gemeinderat Winterthur

Marcs kleiner Politblog

Schüler brauchen Konkurrenz!

Auch die Stadt Winterthur leidet an akutem Lehrermangel. Da fällt mein Blick interessiert auf eine Schlagzeile in der Weltwoche (2010/29): «Horror-Job-Schule». Die Weltwoche kommt auf Probleme zu sprechen, die ich auch schon als solche erkannt habe.

Schulqualität hängt am Lehrer

Einen Punkt vermisse ich allerdings im Artikel: Nebst dem Lehrermangel haben wir ein eklatantes Qualitätsproblem, zumindest in einigen unserer städtischen Primarschulen. Meine erste Beobachtung ist die, dass die Qualität des Unterrichts stark von der Lehrperson abhängt. Leider sind das sehr schlechte Voraussetzungen in einer Zeit des Lehrermangels. Doch selbst wenn es genug Lehrkräfte gäbe, wäre es wohl schwierig, schlechte Lehrer zu feuern.

Auf der anderen Seite stellt sich nicht nur die Weltwoche die Frage, ob man die Lehrer nicht einfach überfordert. Möglicherweise wären viele der heute schlechten Lehrer gar nicht so schlecht, wenn die Ansprüche an sie auf ein menschliches Mass reduziert würden. Doch für die wirklich unfähigen Lehrer müsste es die Möglichkeit ihrer Entlassung geben, aber die gab es weder zu meiner Schulzeit und noch viel weniger heute.

Integration mit Mass

Schulqualität vor Integration

Die Weltwoche ortet das Problem, wie ich, vor allem beim Themenkomplex der «Integrativen Förderung» (IF). Es ist schlicht Irrsinn, wenn man meint, man könne alle Kinder, von geistig behinderten bis zu hochbegabten in ein und derselben Klasse unterrichten, womöglich noch mit einer Schülerzahl von zwanzig oder mehr, und es genüge, ein paar «IF-Hilfskräfte» beizustellen, um zu einem guten Unterricht zu kommen.

Es ist sicherlich falsch, wenn man Kinder vorschnell in Sonderschulen ausscheidet. Es ist aber genauso falsch, dies nicht zu tun, dort wo ein Kind dem Unterricht nicht mehr folgen kann, oder wo ein Kind vom Unterricht gelangweilt wird. Für wenige Prozent von Schülern bedarf es nach wie vor öffentlicher Sonderklassen, aber dies nicht nur für lernbehinderte, sondern auch für hochbegabte. Ich plädiere für eine Volksschule mit einer breiten Regelklasse, in die man integriert, was man ohne Qualitätseinbusse am Unterricht integrieren kann, aber die auch Sonderschulen unterhält. Im Vordergrund muss stehen, dass möglichst alle Schüler aus ihren Fähigkeiten das Optimum herausholen können. Aber das Optimum ist sehr individuell: Während es für ein geistig schwer behindertes Kind bereits ein grosser Erfolg sein kann, einen verständlichen Satz zu formulieren, kann es am andern Ende des Spektrums sein, dass ein hochbegabtes Kind nach drei Schuljahren ins Gymnasium wechselt. Fair ist es, wenn beide das Maximum aus sich herausholen können.

Auch intelligente Kinder brauchen Förderung

Intelligente Kinder, die unterfordert sind, hängen ab und reduzieren ihre Leistung. Im Extremfall geht das soweit, bis sie als «dumm» gelten und in Sonderschulen für Lernschwache abgeschoben werden. Daher sollte man in Sonderschulen regelmässig Intelligenztest durchführen, um die Klassenzuteilung zu überprüfen.

Die Einstellung, dass nur intellektuell benachteiligte Kinder einer Förderung bedürften und kluge Kinder selbst schauen sollen, wo sie bleiben, ist vollkommen falsch: Sie vernichtet intellektuelles Potential, welches unsere Gesellschaft dringend braucht.

Gleiche Chancen heisst, für jedes einzelne Kind aus den von der Natur (und der Vorschulerziehung!) vorgegebenen Fähigkeiten das maximal Mögliche heraus zu holen. Absolut unfair und für die Gesellschaft fatal wäre es, wenn sich die Klügsten den Dümmsten anpassen müssten.

Gesunde Konkurrenz ist Ansporn

Für ein Lob der Leistung

Eine weitere Krankheit unseres Schulsystems ist der im Unterartikel «Ungesunde Situationen» angesprochene fehlende Respekt vor den Leistungen unserer Kinder. Ohne Leistung fallen unsere Gesellschaft und unsere Wirtschaft zusammen. Eine der wenigen Ressourcen der Schweiz, und ich wage sogar zu behaupten die wichtigste, ist unsere Bildung, unsere Erfahrung und unser Wissen. Diesen Schatz sichert man sich nicht mit Leistungsverachtung und Nivellierung nach unten!

Es kann und darf nicht sein, dass man den Schülern verbietet über ihr Zeugnis zu sprechen oder bei Sportveranstaltungen dem Sieger zuzujubeln. Es darf nicht sein, dass man extra austarierte Mannschaften von sich unbekannten Schülern aus verschiedenen Klassen, ja Schulhäusern bildet und darauf achtet, sportliche Spiele möglichst unentschieden enden zu lassen!

Jedes Kind hat Stärken und Schächen

Es ist sowieso selten der Fall, dass ein Schüller überall der Beste ist und einer überall schlecht. Die meisten Kinder haben irgendwo ihre Stärken und anderswo ihre Schwächen. So gesehen dürfte es sich natürlicherweise ergeben, dass jedes Kind irgendwo einmal für seine Leistung gelobt wird, das eine in der Mathematik, das andere bei den Sprachen, ein anderes im Werken oder im Sport. Oft ist es so, dass ein Kind, welches in intellektuellen Bereichen gute Leistungen erbringt, im Sport nicht so leistungsfähig ist und umgekehrt. Selten gibt es universale Genies oder Versager. Ein Universalgenie kann eine Klasse verkraften. Und bei einem Universalversager sind ohnehin Sondermassnahmen oder eine Sonderschule fällig. Da gibt es nichts, was gegen eine gesunde, d.h. nicht übertriebene Konkurrenz spricht.

Über Leistung reden, Leistung loben

Im aufstrebenden China werden die Zeugnisse in der Schule öffentlich ausgehängt und Eltern wie Schüler vergleichen die Leistungen. So weit will ich nur schon aus Datenschutzgründen nicht gehen. Aber es darf den Schülern unter keinen Umständen verboten werden, über ihre Noten und Leistungen mit den andern zu sprechen, im Gegenteil, dieser Austausch soll gefördert werden. Selbst hier in Winterthur herrscht der Missstand eines Verbots, über das Zeugns zu sprechen (zumindest in der Schuleinheit Hegi).

Die Lehrer sollen vielmehr bei der Zeugnisverteilung die guten Schüler vor der Klasse für ihre Leistungen loben. Dazu gehören nicht nur die Besten, sondern auch diejenigen, die sich am meisten gesteigert haben, auch wenn sie noch immer nicht gut sind. Denn es ist eine grössere Leistung, sich zu verbessern, als eine gute Note zu halten.

Das könnte dann etwa so tönen, der Lehrer sagt: «Klassenbester ist A mit einem Durchschnitt von 5,6, dicht gefolgt von B und C mit 5,4 und 5,3. Ebenfalls einen Durchschnitt von 5 und mehr haben D, E und F. Den grössten Fortschritt hat G gemacht, der sich von einem ungenügenden 3,5 auf 4,2 gesteigert hat, herzlichen Glückwunsch, weiter so. Ebenfalls stark verbessert haben sich H und I.»

Dabei sollen wie gesagt nur besonders gute Leistungen gelobt werden. Mittelmässige und schlechte Leistungen braucht man nicht zu erwähnen. Ziel soll es sein, den Kindern eine positive Rückmeldung und damit einen Ansporn und eine Bestätigung zu geben. Weil auch Leistungsverbesserungen gelobt werden, haben auch schlechte Schüler Aussicht auf lobende Erwähnung.

Ein schlechtes Beispiel: Hogwards

Sehr missfallen hat mit beim Lesen von Harry Potter, dass dort, ganz nach angelsächsischem System, gleich von Anfang an alle Schüler in vier Gruppen, sogenannte Häuser, eingeteilt werden, mit dem einzigen Ziel, sich zu konkurrieren. Dafür erhielten die Schüler für «ihr Haus» «Punkte» für Wohlverhalten und «Punktabzug» für Fehler. So solle es hingegen auch nicht sein. Eine solche künstlich erschaffene Konkurrenz lehne ich entschieden ab.

Es spricht aber nichts gegen eine normale Konkurrenz, die sich nicht durch Tadel, sondern vor allem durch Lob für gute Leistungen auszeichnet. Wer Leistung erbringt, soll ermuntert werden. Wer nie Leistung erbringt, soll abgeklärt und einer geeigneten Massnahme zugeführt werden.


Quellen:

Amokläufe an Winterthurer Schulen

Jaqueline Romer (SP) fragte in einer Interpellation (GGR-Nr. 2009/033) an, wie es um Massnahmen gegen Amokläufe und andere Notfälle an Schulen stünde. Da dies ein Thema ist, welches die Persönlichkeitsrechte der Schüler tangiert, habe ich mich hierzu im Gemeinderat ausführlich wie folgt geäussert:

Man muss aufpassen, dass man nicht das Kind mit dem Bad ausschüttet. Natürlich sind Amokläufe eine grauenvolle Sache, aber zum Glück sind sie auch sehr selten. Panik zu verbreiten wäre falsch. Die öffentliche Diskussion und Aufmerksamkeit ist aber auch ein Teil des Problems. Amoktaten leben von ihrer Popularität. Daher ist es falsch, Amokläufe zu intensiv zu diskutieren. Übungen mit den Kindern sind nicht nur deswegen abzulehnen, sondern auch weil potentielle Amokläufer die Abwehrstrategie berücksichtigen würden.

Es ist grundsätzlich richtig, dass die Schule, wie auf Feuer auch auf Amoktaten vorbereitet ist. Während bei Feuer eine rasche Evakuierung notwendig ist, reagiert man bei Amokläufen am besten mit Verbarrikadierung. Hierzu können mit den Lehrern zwei Alarmsignale ausgemacht werden, auf die sie entsprechend reagieren und die Schüler instruieren, ohne dass die Schüler den Code kennen.

Ein ganz heikler Punkt ist Software, die eine Risikobeurteilung machen soll. Je nachdem wie diese eingesetzt wird und welche Daten erfasst werden, kann das ein ganz massiver Eingriff in die Persönlichkeitsrechte sein. Unter gar keinen Umständen dürfen Schülerdaten damit erfasst werden.

Heikel ist für uns Piraten aber auch das frühe Einschalten des Stadtpolizei, indem Beobachtungen dem Jugenddienst der Stadtpolizei Winterthur gemeldet werden und nicht zuerst dem schulpsychologischen Dienst. Aus der Antwort des Stadtrates lese ich, dass das Gewicht der Massnahmen sehr zu Ungunsten des schulpsychologischen Dienstes ausfällt, der eigentlich hauptsächlich involviert sein sollte.

Amok laufen in der Regel Jugendliche, die massive Probleme haben, die soziale Schwächen im Umgang mit Klassenkameraden aufweisen oder in der Schule Lernschwierigkeiten haben. Diesen Kindern soll in erster Linie geholfen werden, ein früher Beizug der Polizei ist da eher kontraproduktiv und kann ihre weitere Entwicklung negativ vorbestimmen, ganz besonders wenn diese Daten der Polizei zugänglich sind.

Die beste Lösung um sich gegen Amoktaten zu schützen ist nicht, Notfallmassnahmen zu ergreifen, sondern präventiv zu wirken: Indem allen Kindern in Not rechtzeitig und umfassend geholfen wird. Die Lehrer sollen geschult werden (wenn sie das nicht schon sind) Schüler mit Problemen zu erkennen, dann sollen sie den schulpsychologischen Dienst oder andere geeignete Profis beiziehen, mit dem Ziel, dem Kind zu helfen; notfalls auch gegen den Widerstand der Eltern. Wenn man schwache Schüler unterstützt und ausgegrenzten Schülern hilft, sich im Klassenverband einzugliedern, dann wird es kaum jemals zu einer Amoktat kommen.

Schafft die StaSi ab!

Und wieder werden unkontrolliert Fichen gesammelt. 200.000 Menschen in der Schweiz sollen angeblich die Staatssicherheit gefährden und mussten daher fichiert werden. Da stellt sich die Frage, warum die Schweiz noch steht, wenn ihre Gegnerschaft bereits im Inland so unglaublich personenstark ist.

Die sinnvollste und einfachste Massnahme wäre zu überlegen, wer denn tatsächlich die Schweiz so massiv gefährden könnte, dass derartige Überwachungsmassnahmen gerechtfertigt wären. Ob wirklich jemand im stillen Kämmerlein böse Terroranschläge plant, ja gar unseren Staat in seinen Grundfesten erschüttern könnte? Falls ja, wieviele Personen schweizweit würde wohl so etwas tun? Zehn? oder weniger? Jedenfalls kaum viel mehr als ein paar Dutzend. Warum werden dann 200.000 Personen fichiert?

Die Staatssicherheit (StaSi) sinnvoll in ihre Schranken weisen könnte man mit einer Datenbank, die maximal hundert Personen aufnehmen kann. Dann müsste die StaSi wirklich jeden einzelnen Datensatz vor der Übernahme genau auf Relevanz prüfen, und sich auf die wirklich wichtigen beschränken. Käme ein 101. Datensatz, müsste erst ein alter gelöscht werden.

Noch sinnvoller aber wäre es, die StaSi ganz abzuschaffen und Terrorismus als das zu behandeln, was er ist: Ein ganz normaler krimineller Akt, der ganz normal von der Kriminalpolizei zu bearbeiten ist. Verhindern liesse sich Terrorismus ohnehin auch dann nicht, wenn man alle Schweizer fichieren würde. Wer wirklich einen blutigen Anschlag durchführen will, dem gelingt das auch, und zwar mit einfachsten Mitteln. Wir sollten unsere Freiheit höher gewichten, als eine vermeintliche Scheinsicherheit.

Die grösste Gefahr für unsere Freiheit ist der «Krieg gegen den Terrorismus»!
Ich fürchte mich nicht vor Terroristen, aber ich fürchte mich vor unüberlegten und übertriebenen Massnahmen dagegen, ich fürchte mich vor unkontrollierbaren wuchernden sicherheitsfanatischen Krebsgeschwüren in staatlichen und privaten Organisationen.

Siehe auch: Telepolis: Zum Glück verstehen Terroristen nichts von Physik

OpenSource an der Winterthurer Oberstufe

Logo: Dringliches Postulat OpenSource an der Oberstufe «Der Stadtrat wird eingeladen, verschiedene Projektvarianten für die Umsetzung der Informatik an der Oberstufe mittels OpenSource auf Basis von Linux zu prüfen.»

Überwiesen am 28.06.2010 mit 88% der anwesenden Stimmen.

Artikel im Landboten Das dringliche Postulat GGR 2010/068 wurde am 17. Juni eingereicht und im 28. Juni im Grossen Gemeinderat behandelt. Die für ein dringliches Postulat notwendige 2/3-Mehrheit wurde mit 48:4 komfortabel erreicht. Von Stadträtin Verena Gick (FDP) kam ein Ablehungsantrag, dem sich die CVP-Fraktion anschloss. Für die Überweisung war allerdings nur noch eine einfache Mehrheit erforderlich. Trotzdem wurde das Postulat mit nur sechs Gegenstimmen aus den CVP und FDP-Reihen mit überwältigendem Mehr überwiesen.

Postulat: Dringliches Postulat OpenSource an der Oberstufe

Es gibt auch eine Facebookgruppe

Inside-IT: Bald Linux statt MacOS an der Oberstufe Winterthur?

Eingereicht von ...

  • Marc Wäckerlin (Piratenpartei), namens der GLP/Piratenpartei-Fraktion (7 Personen)
  • Nik Gugger (EVP) namens der EVP/EDU-Fraktion (5 Personen)
  • Jürg Altwegg (Grüne) namens der Grüne/AL-Fraktion (6 Personen)
  • Fredy Künzler (SP) namens der SP-Fraktion (16 Personen)
  • Andreas Bosshart (FDP) (1 Person).

Argumente

  1. In Kürze
    • Es ergibt sich hier eine einmalige Gelegenheit
    • Bei der Umsetzung besteht kein Risiko
    • OpenSource an Schulen funktioniert und ist schon im Einsatz
    • Trotzdem ist das Projekt innovativ, was auch Aufmerksamkeit beschert
    • Es ist eine zukunftsgerichtete Weichenstellung
    • Finanziell wird es sich mittel- bis langfristig auszahlen
    • Das lokale Informatikgewerbe wird profitieren
    • Es ist ein soziales Projekt, fördert die Chancengleichheit
    • Wir gewinnen Erfahrung und Wissen
    • Wir gewinnen Handlungsspielraum und neue Chancen
    • OpenSource ist ausgereift und oft überlegen
    • Keine Sorgen um illegale Kopien und fehlende Lizenzen
    • OpenSource geniesst breite Unterstützung in Politik und Fachkreisen
    • Die IDW sind einverstanden und bereit zur Umsetzung
    • Nachteil: Einige Lehrer bevorzugen Apple Mac Intosh
    • Nachteil: Kurzfristig erscheint Windows billiger
  2. Breite Unterstützung in Politik und Fachkreisen
  3. Langfristig planen
    • Die vermehrte Unterstützung und der Einsatz OpenSource erfordert eine mittel- bis langfristige Planung und den politischen Willen.
    • Ziel ist eine strategische Planung für die Zukunft.
    • Dieser Vorstoss ist ein solider Baustein einer solchen Planung.
    • Ohne Massnahmen wird OpenSource auch in Zukunft in Winterthur ein Nischenprodukt sein.
  4. Abhängigkeit lösen
    • Es geht darum, die einseitige Abhängigkeit der Verwaltung von Microsoft zu durchbrechen.
    • Momentan ist es praktisch unmöglich, in der Verwaltung Linux-Clients einzusetzen, weil man sich durch Fachanwendungen langfristig eng an die Microsoft-Umgebung gebunden hat.
    • Jede Abhängigkeit schränkt den Handlungsspielraum enorm ein.
  5. Kaum Risiken
    • Dieses Projekt ist räumlich eng begrenzt.
    • Das notwendige Fachwissen ist im IDW vorhanden.
    • Es gibt keine bestehenden Abhängigkeiten.
  6. Eine gewinnbringende Investition
    • Die Kosten werden kurzfristig nicht wesentlich über der auf den ersten Blick billigsten Lösung liegen.
    • Im Prinzip kann OpenSource mit fast jedem Budget umgesetzt werden, je nach Komfort der Lösung und Eigenleistung. Der Stadtrat kann das Budget definieren, das der IDW einhalten muss.
      (Bsp: Die billigste Lösung: Jeder Lehrer bekommt eine Edubuntu-Installations-CD und schaut selbst. Kosten praktisch Null, der Komfort allerdings auch.)
    • Mittel- bis langfristig sind durch den strategischen Entscheid Einsparungen zu erwarten.
    • Der sichere Gewinn der Investition wird der Wissensaufbau im Bereich OpenSource beim IDW sein.
    • Zusätzlicher Gewinn bringen die Wahlfreiheit und die künftig eingesparten Lizenzen.
    • Linux/Unix-Systeme verursachen zwar einen höheren Initialaufwand, sind aber in Wartung und Pflege günstiger.
    • Mehrkosten, die zu Beginn anfallen, können als Investition aufgefasst werden.
    • Das Geld, das für Lizenzen eingespart wird, kann teilweise für den Wissensaufbau im IDW und für Zulieferungen lokaler OpenSource-KMUs eingesetzt werden. Beides stärkt den Wirtschaftsstandort Winterthur.
    • Der vermehrte Einsatz von OpenSource gerade in Entwicklungsländern ist ein starker Hinweis darauf, dass sich durchaus Kosten einsparen lassen.
    • Gerade weil Linux auch mit wenig Leistung läuft, ist es in armen Ländern sehr beliebt:
      http://de.wikipedia.org/wiki/Linux4afrika
  7. Gesellschaftspolitische Aspekte
    • OpenSource fördert die Chancengleichheit: Linux läuft auch auf alten und schwachen PCs, die Software kann von den Kindern gratis genutzt werden.
    • Schulen und Kinder können beliebige weitere OpenSource-Software aus einem gigantischen Fundus von tausenden von Programmen installieren, ohne Gefahr zu laufen, illegale Kopien anzufertigen. Alles komfortabel, alles legal.
    • OpenSource ist ein Konzept von gegenseitigem Nehmen und Geben.
    • Der Ursprung kommt vor allem aus Universitäten, wo dieser Gedanke weit verbreitet ist.
    • Es macht Sinn, dass nicht nur die (staatlichen) Universitäten dieses Prinzip pflegen, sondern auch die öffentliche Verwaltung.
    • Die Verwaltung wird mit Steuergeldern finanziert. Da macht es Sinn, wenn sie sich aktiv am OpenSource-Konzept beteiligt und so der Gesellschaft wieder etwas zurück gibt.
  8. Vorteil für die Schüler
    • Die Schüler lernen, dass es mehr gibt, als Microsoft.
    • Die Schüler lernen mit Linux ein echtes Unix-System kennen.
    • Mit Linux haben die Schüler mehr Freiheiten (alles im legalen Bereich), dadurch können sie auch mehr lernen, besonders wenn sie Linux auch zu Hause einsetzen gibt es unendlich viel Spielraum zum «tüfteln».
    • Es ergeben sich Möglichkeiten, die nur mit OpenSource realisiert werden können, z.B. kann den Schülern (kostenlos) ein USB-Stick oder eine DVD abgegeben werden, womit sie zu Hause auf dem PC der Eltern ihre Schulumgebung starten können.
    • Schüler können die in der Schule erstellten Daten jederzeit mit kostenlosen Anwendungen aus dem Internet zu Hause nutzen.
    • Die benutzten Dateiformate sind offen und dokumentiert, die Daten dadurch zukunftssicher.
  9. Erfahrungen
  10. Wegbereitung für weitere Vorstösse
    • Wenn dieser Versuch erfolgreich verläuft, kann man auf dieser Basis weitere Vorstosse unternehmen.
    • Ein einfacher Schritt könnte sein, weitere Arbeitsplätze, die nicht stark von Microsoft abhängig sind zu migrieren.
    • Bei Erfolg an der Oberstufe kann auch die Primarschule migriert werden.
    • Ein weiterer, künftiger Vorstoss sollte darauf zielen, langfristig die Abhängigkeiten der Fachanwendungen zu eliminieren, indem z.B. die künftigen Ausschreibungen entsprechend verfasst werden.

Wie unterscheidet sich dieser Vorstoss von GGR 09/025

GGR 09/025 war ein Postulat vor einem halben Jahr von Michael Zeugin betreffend: «Open Source Pilotprojekt in der Stadt Winterthur». Das Postulat wurde nicht überwiesen, 6. Traktandum, Seite 19 im Protokoll.

  • Damals ging es um OpenSource in der Verwaltung, diesmal geht es um die Oberstufe, die Situation ist vollkommen anders.
  • Die Verwaltung läuft unter Windows und kann das in der aktuellen Situation nicht ändern.
  • Die Oberstufenrechner laufen unter Apple, das soll ohnehin jetzt angepasst werden (daher die Dringlichkeit)
  • Es wurde bemängelt, dass sich Fachanwendungen nicht so einfach anpassen liessen und nicht unter Linux laufen würden. Diesmal gibt es keine Fachanwendungen zu berücksichtigen.
  • Diesmal geht es um ein überschaubares, klar abgegrenztes Projekt.
  • Damals war der IDW dagegen, diesmal hält er den Vorschlag für realistisch.

Kandidat der Piratenpartei schafft Wahl in die Kreisschulpflege Oberwinterthur

Am Sonntag 13. Juni 2010 waren Wahlen der Kreisschulpflege in Oberwinterhur. Dank unserem Erfolg bei den Gemeinderatswahlen hatte die Piratenpartei Anspruch auf einen Sitz innerhalb der Stadt Winterthur. Es ist mir gelungen, diesen in Oberwinterthur erfolgreich anzumelden. So stand für den Urnengang unser Mitglied Peter Kunszt auf dem Wahlvorschlag der Interparteilichen Konferenz IPK. Er wird sich für eine zeitgemässe und qualitativ anspruchsvolle Schule einsetzen, in der alle Schüler entsprechend ihrer Leistungsfähigkeit optimal gefördert werden.

So kann die Piratenpartei auch hier sich für die Schulen einsetzen. Peter in der Kreisschulpflege, ich im Gemeinderat. Da wir nicht die einzigen sind, die sich für eine qualitative Verbesserung einsetzen, schätze ich unsere langfristigen Erfolgsaussichten als gut ein.

Wahlresultat: Unser Kandidat wurde mit 2'268 Stimmen gewählt.