Planungszone Neu Hegi
Der Stadtrat wünscht einen Planungskredit von 1,5 Millionen Franken, um die Zukunft der Industrie Hegi zu planen. Dem Stadtrat schwebt ein zweites Stadtzentrum vor: Weisung GGR 2011-059
Aus Sicht der Bewohner von Hegi ist vor allem folgenden Punkten besonderes Augenmerk zu schenken:
1. Weitsichtige Planung der Infrastruktur für neue Einwohner
Bei früheren Bauten hat man es versäumt, rechtzeitig an Schulhäuser, Kindergärten und Kinderhorte zu denken. Jetzt hat die Planung eines Schulhauses in Hegi gerade erst begonnen. Diesen Fehler darf man nicht wiederholen. Das in der Planung befindliche Schulhaus Neuhegi mit seiner Dreifachturnhalle deckt gerade mal den heute dringend benötigten Bedarf ab. Falls nun weitere Wohnungen im grossen Stil geplant sind, braucht es nochmals ein weiteres Schulhaus, das in der Planungszone zu berücksichtigen ist. Ebenso dürfen weitere Infrastrukturbauten nicht vergessen werden. Nebst Schulen, turnhallen Kindergärten, Kinderhorten muss man auch prüfen, ob nicht ein weiteres Schwimmbad angebracht wäre. Zum Beispiel fehlt Winterthur noch immer ein richtiges Hallenbad. Das Geiselweid strotzt nur so von Mängeln und die Planung von Provisorien, namentlich einer Abdeckung für das Aussenbad, geht munter weiter. Allenfalls könnte man auch einen offenen Schwimmteich im grosszügig angelegten Eulachpark vorsehen, wo uns doch der Winterthurer See verwehrt blieb.
2. Planung der Verkehrssituation
Anbindung von Hegi an Rest-Winterthur
Egal, was nun noch kommen soll, ob Gewerbe oder Wohnen, die Strassen sind bereits heute überlastet und es braucht schnellstmöglich Lösungen für den motorisierten Individualverkehr. Eine verkehrsintensive Nutzung verträgt das Quartier nicht und keinesfalls darf ein weiterer Grossmarkt in dieser Gegend gebaut werden. An den auf der Karte gelb markierten Punkten hat der Stau in den letzten zehn Jahren kontinuierlich zugenommen, eine Entlastung ist nicht in Sicht:
Man kann nicht alles auf den öffentlichen Verkehr abwälzen, auch der motorisierte Individualverkehr muss angemessen berücksichtigt werden. Der Gegenvorschlag zur Städteinitiative erlaubt ja bekanntlich ausdrücklich den Kapazitätsausbau für die Entwicklungszone Neu Hegi. Die Anbindung von Hegi an die anderen Quartiere wird immer schlechter. Hier erwarte ich von der Planung gute Antworten. Mein Vorschlag ist es nach wie vor, die St. Gallerstrasse zur Anbindung von Hegi an das Stadtzentrum zu nutzen. Dafür braucht es geeignete Zufahrten und eine Autounterführung bei der Kehrichtverbrennungsanlage, auf der Karte rot markiert. Die Strasse selbst ist vorhanden und könnte genutzt werden.
Anbindung von Hegi an die Autobahn
Soweit ich verstanden habe, will der Stadtrat ausschliesslich die Anbindung von Hegi an die Autobahn prüfen, durch eine Entlastungsstrasse, deren Verlauf noch in den Wolken liegt. Tatsächlich gibt es bereits eine Entlastungsstrasse, nämlich die «Buckelpiste» genannte Birchwaldstrasse vom Schloss Hegi nach Wiesendangen, auf der folgenden Karte rot eingezeichnet:
Diese wird aber vor allem von Quartierfremdem Verkehr als Umfahrung missbraucht, weil die Frauenfelderstrasse notorisch überlastet ist. Das führt im gelb markierten Bereich zu massivem unerwünschtem und unnötigem Mehrverkehr in unserem Quartier. Wir Hegemer befürchten, dass eine neue Autobahnzufahrt vor allem noch mehr Schleichverkehr bringt.
Hinzu kommt, dass ein schneller Zugang zur A1 wenig hilft, wenn sich dann die Umfahrung von Winterthur regelmässig staut. Für uns ist es gerade jetzt aktuell angesichts der Dauerbaustellen auf der Autobahn keine Lösung, den Anschluss an die Autobahneinfahrt Oberwinterthur zu verbessern. Wer heute von Hegi nach Zürich will, fährt besser über die Zürcherstrasse in Töss. Das war nicht immer so. Auch hier erwarte ich eine umfassende Berücksichtigung bei der Planung. Ob es nun wirklich eine sechsspurige Umfahrung um Winterthur braucht, oder ob es reichen würde, in den Stosszeiten auf der A1 der Pannenstreifen zu bewirtschaften, sei den Planern überlassen. Der Stadtrat sollte aber auch innerhalb der Stadtverwaltung für den Expressanschluss an Oberwinterthur werben, denn seit wir 1999 nach Hegi gezogen sind, musste ich gleich zweimal eine Einsprache in derselben Sache gegen das Winterthurer Gemeindesteueramt führen: Ich bestand darauf, die Stadt zu umfahren und in Oberwinterthur auf die Autobahn zu fahren, während das Steueramt mir nur die Kilometer quer durch die Stadt und die Zürcherstrasse zugestehen wollte. Ich habe zweimal beim Kanton gewonnen, aber mühsam war es trotzdem. Wenn der Stadtrat folglich plant, soll er alle Verwaltungsstellen in die Planung mit einbeziehen, um solche Querschläger zu verhindern.
Eine Autobahnentlastungsstrasse nach Neu Hegi, einfach irgendwie irgendwo durch, ohne klare Berücksichtigung der Folgen darf keinesfalls gebaut werden. Ebenso darf man die Anbindung von Hegi an die umliegenden Quartiere nicht vernachlässigen. Und für die notorisch überlasteten Stellen braucht es jetzt und heute gute Lösungen für den motorisieren Individualverkehr.



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